Quo Vadis
wohin gehst du…
Zwischen Überfluss und Leere verläuft mein künstlerischer Weg, ein ständiges Pendeln zwischen Maximalismus und Minimalismus. Auf der einen Seite Farbe, Struktur, Reiz, ein visuelles Übermaß, das sich selbst antreibt. Auf der anderen Seite Reduktion, Ordnung, Stille. Beide Pole durchdringen meine Arbeit, sie stehen sich nicht entgegen, sie brauchen einander.
Im kreativen Prozess verliere ich mich oft, besonders bei großformatigen Arbeiten. Der Moment zählt, nicht das fertige Werk. Und doch wächst daraus das Bedürfnis nach Klarheit, nach Struktur. Dieses Wechselspiel von Chaos und Kontrolle ist kein Widerspruch, sondern Notwendigkeit.
Meine Kunst greift in Räume ein, subtil oder provokant. Sie verändert, irritiert, fordert heraus. Der Dialog beginnt dort, wo das Werk auf Öffentlichkeit trifft. Und manchmal beginnt alles mit einem Lichtmoment in der U-Bahn, flüchtig, intensiv, schön. Ich versuche, solche Eindrücke zu bewahren, oft nur skizzenhaft, manchmal nur im Kopf.
Mich beschäftigt auch die Unsichtbarkeit vieler Kunst. Werke, die nie gezeigt werden. Künstler:innen, die nie ausstellen. Und doch entsteht darin eine stille Wahrheit. Kunst darf zweckfrei sein, ohne Bühne, ohne Applaus. Relevanz misst sich nicht an Reichweite, sondern an Aufrichtigkeit.
Ich glaube an das Leise, das Ungeplante, das Unfertige. Kunst muss nicht immer verstanden werden. Sie darf leer sein, offen, frei. Entscheidend ist, ob sie etwas in uns berührt. Dort beginnt für mich der Sinn.
Quo vadis, wohin gehst du, steht sinnbildlich für meinen künstlerischen Prozess. Denn man ist nie fertig. Kunst bleibt Bewegung, Wandel, Suche. Es gibt keinen endgültigen Ort, kein Ziel. Nur das ständige Weitergehen, Weiterdenken, Weiterfühlen. Immer wieder die Frage, wohin jetzt.



